Planziegel

Der Planziegel ist die logische Weiterentwicklung des bewährten Blockziegels. Er unterscheidet sich vom Blockziegel durch millimetergenau planparallel geschliffene Lagerflächen. Die Vermauerung erfolgt anstelle des Normal- oder Leichtmörtels mit sogenanntem Dünnbettmörtel. Die Lagerfugendicke verringert sich von den beim Blockziegel üblichen 12 mm auf 1-3 mm. Aufgrund des geringen Mörtelanteils in der Fuge wird mögliche mörtelbedingte Baufeuchte weiter reduziert und es entsteht ein hervorragend homogener Putzgrund.

Der Mörtelauftrag auf der Lagerfuge erfolgt vollflächig mit einer vom Ziegelhersteller zertifizierten Mörtelwalze. Vor allem Außenwände sollten mit einem deckelnden Dünnbettmörtelsystem erstellt werden.

Die Stoßfugenausbildung erfolgt mörtelfrei. Die Steine werden „knirsch“ in die Verzahnung des Nachbarziegels eingeführt und auf das vorbereitete Mörtelbett der Lagerfuge gesetzt. Der planparallele Schliff auf der Ober- und Unterseite der Ziegel gewährleistet eine hervorragende Ebenheit und Maßhaltigkeit der Wandoberflächen. Die Anwendung des Dünnbettmörtelsystems in Kombination mit der mörtelfreien Stoßfugenverzahnung beschleunigt wesentlich den Arbeitsfortschritt und erleichtert dem Maurer die Erstellung von qualitativ hochwertigem Mauerwerk.

Jeder Planziegellieferung ist die benötigte Menge an Dünnbettmörtel beigefügt und bereits im Ziegelpreis enthalten. Eine Bevorratung des Mörtels in großen Silos auf der Baustelle ist nicht mehr erforderlich, da der Dünnbettmörtel in verarbeitungsfreundlichen 25 kg Säcken abgepackt ist.

Planziegelverarbeitung

Die ersten Schritte sind bei Planziegel und Blockziegel identisch: Eine planebene erste Lagerfuge muß als Ausgleichsschicht auf dem Boden geschaffen werden:
Eine einfach zu bedienende Justierhilfe ermöglicht zuverlässig die schnelle und millimetergenaue Herstellung der ersten Lagerfuge auf dem Rohfußboden. Bei Bedarf stehen dem Maurer auf der Baustelle die Profis von den Ziegelwerken zur Seite. Sie weisen den Handwerker in das neue Bausystem kostenlos ein.

Die erste Lage Planziegel wird auf das planebene Mörtelbett gesetzt. Das Mörtelbett dient als Ausgleichslage gegen leichte Unebenheiten von Fundament oder Decke. Für das korrekte Aufmauern der Wand ist die genaue Ausrichtung der ersten Lage zwingend erforderlich. Ab der zweiten Lage kommt das Dünnbettmörtelsystem zum Einsatz.

Der Planziegel-Dünnbettmörtel wird in einem Eimer in unmittelbarer Nähe der späteren Verarbeitung angerührt. Am einfachsten geschieht das mit einem Bohrmaschinenquirl oder einem Doppelwellenmischer. Der fertige Dünnbettmörtel ist klumpenfrei und sahnig weich angerührt ideal zum Auftrag mit der Mörtelwalze geeignet.

Die auf die Mauerdicke abgestimmte Mörtelwalze wird direkt aus dem Anmischeimer mit Dünnbettmörtel befüllt.

Mit der Mörtelwalze wird der Dünnbettmörtel satt auf die saubere Lagerfuge aufgewalzt. Durch den Einsatz der von den Ziegelwerken zertifizierten Mörtelwalzen wird gewährleistet, dass der aufgebrachte Dünnbettmörtel die Lagerfuge wie beim herkömmlichen Mauermörtel vollflächig abdeckt. Die Länge des aufgebrachten Mörtelbandes richtet sich nach den Witterungsverhältnissen. Bei starkem Regen oder sehr hohen Außentemperaturen ist darauf zu achten, dass die Strecke nicht zu lang ist, da der Mörtel dann die erforderlichen Eigenschaften verliert.

Die Mörtelwalze fördert den deckelnden Dünnbettmörtel gleichmäßig auf die Lagerfuge. Der Vergleich mit einem doppelseitigen Klebeband liegt nahe. Das Ergebnis ist ein sauberes, homogenes und perfekt verarbeitetes Planziegel-Mauerwerk.

Die einzelnen Planziegel werden entweder direkt von Hand oder mit einer Griffhilfe von der Palette gegriffen und sofort an der gewünschten Stelle abgesetzt. Die Steine werden „knirsch“ in die Verzahnung des Nachbarziegels eingeführt und auf das vorbereitete frische Mörtelbett der Lagerfuge gesetzt.

Die Anwendung des Dünnbettmörtelsystems in Kombination mit der mörtelfreien Stoßfugenverzahnung beschleunigt den Arbeitsfortschritt und erleichtert dem Maurer die Erstellung von qualitativ hochwertigem homogenem Mauerwerk.

Kommt es zu Unterbrechungen, kann die Mörtelwalze in einem Wasserbad gelagert werden. Diese Maßnahme ermöglicht das Fortsetzen der Arbeiten ohne aufwändige Wartungsarbeiten an der Walze durchführen zu müssen.

Vollflächig mit Dünnbettmörtel gedeckeltes Planziegelmauerwerk bietet zusätzliche Sicherheitsreserve in der Wandverarbeitung. Schallschutz, Luft- und Winddichtheit und natürlich auch die Wärmedämmung werden nochmals optimiert. Vertikal verlaufende Luftkanäle über die gesamte Wandhöhe werden verhindert und somit so genannte Steckdosentaifune vermieden. Der deckelnde Dünnbettmörtel verhindert während der Bauphase eine Durchnässung des Mauerwerks in Fensterbrüstungen oder Mauerwerkskronen. Das Mauerwerk bleibt trocken und stellt einen optimalen Putzgrund dar.

Werkzeuge

Die wenigen zur Verarbeitung von Planziegeln benötigten Spezialwerkzeuge sind bei unseren Mitgliedswerken erhältlich. Mörtelwalzen sind auf die unterschiedlichen Mauerstärken abgestimmt. Sie sind sehr robust aus Edelstahl und lassen sich leicht reinigen.

Mit ihnen wird der Mörtel als abdeckelnde Lagerfuge aufgetragen. Der Mörtel läuft dabei nicht in die Ziegelhohlräume sondern liegt als deckelndes Mörtelbett auf der Lagerfuge des Ziegels.

Das Anrühren des Dünnbettmörtels kann mit Rührquirl und einer handelsüblichen Bohrmaschine erfolgen. Idealerweise wird aber mit dem Doppelwellenmischer angerührt, da durch die gegenläufig arbeitenden Quirle hier kein Drehmoment auf den Bediener wirkt.

Jede Baustelle ist individuell geplant und weicht von den üblichen Baurichtmaßen ab. Deshalb müssen in der Praxis Ziegelsteine als Paßstücke exakt auf die erforderlichen Maße zugeschnitten werden. Dies geschieht entweder mit Nassschneidesystemen oder den handgeführten Elektrosägen.