Rohstoffaufbereitung

Im Werk werden die Rohstoffe nach der selektiven Gewinnung auf Halden gelagert oder direkt weiterverarbeitet. Das Rohmaterial gelangt in den Kastenbeschicker, in dem es grob zerkleinert und gemischt wird.
In den Werkshallen erfolgt der Weitertransport zur Zerkleinerung und Aufbereitung ausschließlich auf Förderbändern.Die eigentliche Zerkleinerung erfolgt im ersten Schritt im so genannten "Kollergang".

Dort laufen tonnenschwere Stahlwalzen ständig im Kreis über das grobe Rohmaterial und zerkleinern es auf eine für die weiteren Bearbeitungsschritte geeignete Größe.

Die für den Formgebungsprozess erforderliche weitere Zerkleinerung wird durch den Einsatz von Walzwerken erreicht. Über mehrere Walzwerkstufen wird dann der Rohstoff immer feiner zerkleinert und zermahlen, bis er die richtige Korngröße zur Ziegelproduktion hat. Das Walzwerk selbst ist komplett eingehaust, einmal aus Sicherheitsgründen, zum anderen um den durch die Reibung entstehenden Staub absaugen zu können und ihn dann wieder der Produktion zuzuführen. Im Inneren des Gehäuses befinden sich unterschiedlich schnell laufende Stahlmantel-Walzen, die auf einen Abstand von bis zu 0,5 mm zusammengefahren werden, um den vorzerkleinerten Lehm durch diesen Spalt durchzureiben.

Der zerkleinerte Ton wird anschließend auf Förderbändern zur Zwischenlagerung in das so genannte "Sumpfhaus" transportiert. In dieser großen dunklen Lagerhalle erfolgt die Bevorratung und permanente automatische Mischung des Tons. Festgelegte Ruhezeiten des zerkleinerten Tons sorgen für die gleichmäßige Durchfeuchtung und Homogenisierung des Rohstoffs.

Da hochwertige Energiesparziegel feine Luftporen benötigen, um die geforderte hohe Wärmedämmung zu ermöglichen, wird dem Ton, wie im Bild dargestellt, "Porosierungsmaterial" beigemischt. In der Regel werden hierfür feine Zellulosefasern - unbehandeltes Sägemehl aus der Holzindustrie - und Papierfangstoff, der bei der Papierherstellung anfällt verwendet. Als weiteres Porosierungsmittel kann auch Recyclingpolystyrol zum Einsatz kommen.

Die Porosierung des Ziegelmaterials schafft die feinen Luftporen im fertigen Ziegel, denn beim Brennvorgang mit fast 1.000 Grad verbrennen die Zusatzstoffe Sägemehl, Papierfangstoff oder Polystyrol vollkommen und rückstandsfrei und bilden Millionen kleinster geschlossener Luftbläschen. Diese Luftporen im Ziegel sorgen neben der Gestaltung des Lochbildes für seine hohe Wärmedämmung.