Museo del Prado_Erweiterungsbau - Rafael Moneo

Caixa Forum - Herzog & de Meuron

Centro Cultural Conde Duque - Carlos de Riano Lozano

Biologisches Forschungsinstitut - Miguel Fisac

Matadero_ehem. Schlachthof - Arturo Franco + Fabrice van Teslaar

Kirche San Juan de Ávila - Eladio Dieste

2013/09_Exkursion_Madrid

Gran Via_Plaza Mayor_Museo del Prado_Caixa
Forum_UNED-Escuela Pías_Conde Duque_COAM
_Maravillas_CSIC-Biolog.Institut_Girasol_Bankinter_
Matadero_San Juan de Ávila_Alcalá de
Henares_Parador _Madre del Rosario_Villaverde_
Carabanchel_Atocha_Museo Reina Sofía

Die Gran Via, Prachtboulevard und Ost-West-Achse Madrids,
1904 - 29 nach einigem Widerstand verwirklicht, bildet den
Ausgangspunkt der Exkursion durch diese lebendige 6,5 Mio.
Metropolregion und ihre Architektur. Bauten des spanischen
Historismus und des abstrakteren, internationalen Klassizismus
zeichnen sich hier fast kulissenhaft gegen die ausgedehnten
Altstadtviertel (Barrios) mit ihren engen Gassen ab. Madrid hat
keine mittelalterlichen Bauten vorzuweisen. Keine romanischen
oder gotischen Kirchen. Erst 1561 war aus dem kleinstädti-
schen Marktflecken die Hauptstadt Spaniens geworden, in der
heute jeder Zehnte von ca. 40 Millionen Spaniern lebt.
Bereits 1620 wurde die Plaza Mayor eingeweiht, einer der
schönsten Stadtplätze Spaniens, geschaffen von Architekt
Juan de Herrera, der auch Architekt des Escorial-Palastes war.
Die Architektur des 20. Jahrhunderts wurde stark geprägt durch
die Auswirkungen des spanischen Bürgerkriegs von 1936 - 39
und die Diktatur Francos, die bis 1975 andauerte. Junge Archi-
tekten hatten es schwer, sich in diesen Zeiten von dem monu-
mentalen, historisierenden „Escorial“-Stil abzugrenzen.
José Luis Fernández del Amo, Alejandro de la Sota, Miguel Fisac und Francisco de Asís Cabrero gehörten zu der Generation, die als Studenten noch im Bürgerkrieg auf Seiten der Frankisten kämpften. Der spätere Weg zu einer eigenständigen, modernen Architektursprache war während der 36 Jahre andauernden Diktatur Francos sehr kompliziert. Skandinavische Vorbilder wie Alvar Aalto, Gunnar Asplund, Sigurd Lewerentz und Arne Jacobsen - schreibt Ullrich Nagel in der Bauwelt 43/44.2000 - „...boten die Möglichkeit einer regionalen Moderne, ohne in einen Nationalhistorismus oder falschen Folklorismus zu verfallen, eine Architektur des Ortsbezugs, der klimatischen Prägung, des lokalen Werkstoffs und des nüchternen Umgangs mit der Tradition...“. Das Bio-Forschungsinstitut von Miguel Fisac, 1951 entstanden, verdeutlicht diese Aspekte sehr anschaulich in seiner strengen Formensprache und Symmetrie, gepaart mit einer eigens entworfenen, überlappenden Hohlziegelart für die strukturierte Gebäudehülle. Eine Weiterführung der madrilenischen Ziegelbautradition mit modernen Mitteln. Auch Alejandro de la Sota experimentierte bei einem Wohnhaus mit speziell entworfenen Klinkerausformungen. Seine Sporthalle im Colegio Maravillas ist der räumlich-konstruktive Klassiker, den wir in Madrid besichtigen. Rafael Moneos Bankinter kann ohne Zweifel auch zu diesen Klassikern gezählt werden!
Der uruguayanische Architekt Eladio Dieste bildet mit seinen
Kirchenbauten, die er Mitte der 1990er Jahre am Rande Madrids
errichtete, einen weiteren Schwerpunkt der Exkursion. Diese
bewehrten, geschwungenen oder gefalteten Ziegelbauten sind
wegweisend für moderne Kompositkonstruktionen aus Klinker
und Stahlbeton heute.
1992 wurde Madrid zur Kulturhauptstadt Europas erkoren. Seither sind Museumsbauten entstanden, die mit ihrer Architektur einen Anziehungspunkt bieten, der mit den weltberühmten Sammlungen der Museen selbst konkurriert. Rafael Moneos Erweiterungsbau des seit dem 19. Jahrhundert bestehenden Prado ist eines dieser bedeutenden Bauwerke entlang des Paseo del Prado, die die Museumsmeile ergänzen. Herzog & de Meuron integrierten die denkmalgeschützten Außenwände eines ehemaligen Elektrizitätswerks, vom Boden abgehoben, in den Neubau des Caixa-Forums, während Jean Nouvel beim Centro de Arte Reina Sofia drei neue Baukörper unter einem weit auskragenden, weinroten Flugdach um einen Innenhof gruppierte, der sich direkt an den Altbau anschließt. Das Kulturzentrum Matadero -  der ehemalige Schlachthof in Chopera -, von jungen spanischen Architekten wie Arturo Franco umgebaut, und die Bibliothek der UNED in Lavapiés von José Ignacio Linazasoro sind multidisziplinär genutzte Bauten. Wohnungsbauten der letzten 6 - 8 Jahre in den Randbezirken der Metropole wurden über die spanischen Grenzen hinaus bekannt. David Chipperfield, der in Villaverde einen mit rötlich eingefärbten Betonpaneelen verkleideten Wohnungsbau schuf, und Foreign Office Architects mit ihrem Bambus umhüllten Wohnblock in Carabanchel sind hier nur zwei Beispiele von vielen, die noch vor der Wirtschaftskrise gebaut wurden.