Teilnehmer vor der bunten Fassade des Koning Willem I College

Architekturbüro De Architekten Cie., IJburg

2007/09_Exkursion_Niederlande

´S-Hertogenbosch_Almere_Amsterdam_IJburg_
Borneo_Sporenburg_ Java_KNSM_Ypenburg_
Rotterdam_Breda

Wohnungsbau in den Niederlanden - von Deutschland aus
gesehen ein buntes Experimentierfeld. Aufsehen erregende Projekte in Architektur und Städtebau inmitten historischer
Städte, auf dem buchstäblich platten Land und in den Brachen
der Hafengebiete.

Deutsche Architekten und Städteplaner schauen oft neidvoll
über die Grenze, nehmen an dem lebhaften, internationalen Diskurs teil und orientieren sich gerne an den Vorbildern
unserer Nachbarn. Während die Niederlande in den 60er und
70er Jahren mit rückläufigen Bevölkerungs- und Beschäfti-
gungszahlen zu kämpfen hatten, boomten sie in den ver-
gangenen zehn Jahren. Allerdings erwuchs dieser Bedarf
nach Wohnraum nicht so sehr aus steigenden Geburtenraten, sondern aus der Einwanderung, der zunehmenden Individua-
lisierung und dem stark gestiegenen Flächenverbrauch der meisten städtischen Nutzungen.

Wie gehen die führenden Köpfe der Architekturszene in Holland mit diesen Vorgaben um und was macht der Immobilienmarkt daraus? Die sehr intellektuell geführte Diskussion sieht die re-
ale Dichte der Städte in enger Verbindung mit virtuellen Kom-
munikationsräumen und digitalen Infrastrukturen und klopft
ihre bauliche Ausformung auf ihre Fähigkeit hin ab, die gefor-
derte Identität für moderne Nutzer bilden zu können. Neuge-schaffene Kompositbegriffe wie "Idensity" versuchen diesem Diskurs einen Namen zu geben. Lage und Konzeption neuer Wohn- und Arbeitsstandorte und innovative Konzepte und
Grundrisse werden allerdings unter Marktbedingungen nicht immer zum Vorteil der Städte und Landschaften überdacht. Zersiedelung am Rande der Städte bis weit ins Land hinein
und extreme Verdichtung in den Städten selbst sind häufig
die gebauten Ergebnisse eines Wohnungsmarktes, der auch
in den Niederlanden Leitsätze von Architekturgrößen gerne
auf seine Weise auslegt.

Das Ziegel Zentrum Süd greift diesen Diskurs eine seine reale Ausformung in den Niederlanden in der Professoren-Exkursion
als grundlegendes Thema auf. Dabei führt unübersehbar der Umgang mit Klinker-Fassaden als rot-bunter Faden durch die Reise. Wie selbstverständlich in unserem Nachbarland mit die-
sem Baustoff umgegangen wird!

Wieder reisen zwei Gruppen kurz nacheinander vier Tage lang
gemeinsam. ProfessorInnen der Architektur und des Bauinge-
nieurwesens im interdisziplinären Diskurs, mit der Chance, sich über Hochschulgrenzen hinweg auszutauschen. Eine seltene Gelegenheit für die TeilnehmerInnen aus 28 süddeutschen
Hochschulen und dem entsprechend sehr gefragt. Unmittelbar nach den beiden Exkursionen stehen diverse Seminare und Exkursionen mit Studenten an. Und die Beiträge zum Architek-
turpreis 2007 liegen Ende September zur Beurteilung vor. Alle diese Unternehmungen sind eng verwoben mit der Lehre an
den Hochschulen in fünf Bundesländern, mit denen das
Ziegel Zentrum Süd zusammenarbeitet. Die Professoren-Exkursionen bieten allen Beteiligten die rare Gelegenheit, bestehende Beziehungen zu vertiefen und neue Konzepte für
die Zukunft in einer inspirierenden und entspannten Umgebung gemeinsam zu erfinden.